Baum der Zauberer

Baum der Zauberer (Latua pubiflora), ein Strauch aus der Familie der Nachtschattengewächse (Solanaceae), der in Südchile wahrscheinlich schon in vorspanischer Zeit schamanisch genutzt wurde. Gattung und Art wurden erstmals vom deutschen Botaniker Rudolph A. Philippi (1858) beschrieben. Latua publiflora ist eine der seltensten psychoaktiven Pflanzen überhaupt, die früher von chilenischen Fischern als Fischgift eingesetzt wurde. Der ausdauernde Strauch kann bis zu 10 m hoch werden, erreicht aber meist nur eine Höhe von drei bis vier Meter.
Die Pflanze gilt als > Aphrodisiakum und wurde als Zutat für Liebestränke benutzt. Sie enthält die Tropanalkaloide Atropin und Scopolamin. Sie soll heftige Delirien und visuelle > Halluzinationen erzeugen, starke Mundtrockenheit bewirken, die Pupillen vergrößern sowie Kopfschmerzen und Verwirrung hervorrufen. Nachwirkungen können wochenlang anhalten.

Lit.: Rätsch, Christian: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen: Botanik, Ethnopharmakologie und Anwendung / Mit einem Vorwort von Albert Hofmann. Stuttgart; Aarau, CH: Wiss. Verl.-Ges.; AT Verlag, 1998.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2