Bauernzauber

Bauernzauber. Zauberriten zur Abwendung des Bösen von Häusern, Ställen und Äckern. Solche Riten in Form von Opfern, Gebeten und mannigfachen Handlungen begleiten die Anlage von Feldern und Äckern, die Aussaat und Ernte, das Setzen von Grenzsteinen, und bilden die Schutzmaßnahmen für Haus, Hof und Land.
Bei den Römern erhielt > Jupiter vor dem Säen ein Speise- und Dankopfer, beim Baumschlagen wurde ein Schwein dargebracht, bei der Ernte ein Ferkel, Früchte, Kuchen und Wein. Im Dienst der Zauberriten standen bei den Römern auch die jährlichen Feiern, wie die Hirtenfeste Lupercalia (15. Februar) und Parilia (21. April), die dem Beginn der freien Weide, dem Reinigen der Ställe und der Abwehr von Wölfen dienten, während die Robigalia (25. April) den Schutz der Äcker vor dem Getreiderost und das Augurium Canarium (April) als Opfer roter Hunde die Abwehr sengender Sonne bewirken sollten. Besonders reich an Agrarmagie waren die Riten der > Arvalbrüder, einer religiösen Gesellschaft, die alljährlich Flurumgänge, Opferriten und heilige Mahlzeiten veranstalteten.

Lit.: Heiler, Friedrich: Die Religionen der Menschheit in Vergangenheit und Gegenwart. Stuttgart: Philipp Reclam jun., 21962.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2