Bauerntum

Bauerntum, die vermutlich aus dem Jäger- und niederen Pflanzertum hervorgegangene systematische Feldbestellung und Viehzucht in Sesshaftigkeit, getragen von einer tiefen religiösen Bindung, auch > Agrarreligion genannt, in deren Mittelpunkt vor allem der Erfahrungsbereich von Saat und Ernte, > Ahnenkult, > Totenverehrung und Gottesfurcht stehen. In diesem Kontext kann es auch zur Bildung von > Maskenwesen, > Geheimbünden, > Mutterrecht, Königtum, Verehrung der > Sonne und von > Fruchtbarkeitsgöttern sowie zu > Kopfjagd, > Kannibalismus und > Schädelkult kommen. Der Ahnen- und Totenkult hat in vielen Teilen der Erde zu gewaltigen > Megalithbauten geführt.

Lit.: Das deutsche Bauerntum: Seine Geschichte und Kultur / Hg. von Wilhelm Hansen. Berlin-Schöneberg: Niermann, 1940; Linke, Wolfgang: Frühestes Bauerntum und geographische Umwelt: eine historisch-geographische Untersuchung des Früh- und Mittelneolithikums westfälischer und nordhessischer Bördenlandschaften. Paderborn: Schöningh, 1976.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2