Baubo

Baubo, griechisch-kleinasiatische Göttin und Personifizierung der weiblichen Fruchtbarkeit, deren Name als „Bauch, Uterus, Höhle“ gedeutet wird.
Nach einem orphischen Hymnus habe B. der trauernden > Demeter bei der Suche nach ihrer geraubten Tochter > Persephone einen Becher angeboten, den sie jedoch zurückwies, bis B. sich entblößte und die Göttin durch das Zeigen ihrer Scham erheiterte. Die öbszöne Handlung wird als > Abwehrzauber gegen die Mächte des Todes verstanden ( vgl. > Uzume in Japan).
Dargestellt wird B. ohne Kopf bzw. mit einem Kopf, der mit ihrem Bauch identisch ist und direkt über den Beinen liegt.
Später wurde B. zur Bezeichnung eines alten Weibes verwendet. In > Goethes Faust ist von der Hexe B. die Rede, die auf einer Sau durch die > Wallpurgisnacht reitet..

Lit.: Peuckert, Will-Erich: Geheimkulte: das Standardwerk. Lizenzausg. Hamburg: Nikol Verlagsges.m.b.H. u. Co.KG, 2005.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2