Bateman, Mary

Bateman, Mary (1768–1809), allgemein Yorkshire Hexe genannt, war die Tochter angesehener Eltern aus Aisenby in Yorkshire. Ihr Vater hieß Harker. Schon als Fünfjährige fiel Mary durch Stehlen und Lügen auf, was dann zu ihrer dominanten Charaktereigenschaft wurde, weshalb sie auch vielfach Strafen einstecken musste. 1780 verließ sie das Elternhaus, um sich als Dienstmädchen zu verdingen, wobei sie sich hauptsächlich dem Stehlen hingab. Zudem verdiente sie ihr Geld als Wahrsagerin des einfachen Volkes, das sich von ihren angeblich übernatürlichen Kräften überzeugen ließ. Ihre Diebstähle blieben allerdings nicht unbemerkt, und so war sie auch längere Zeit arbeitslos. 1792 heiratete sie John Bateman. Doch bereits zwei Monate nach der Eheschließung wurde sie mehrerer Betrügereien für schuldig befunden und konnte sich der Verfolgung nur entziehen, weil ihr Mann den ständigen Ortswechsel mitmachte. Umso mehr betätigte sie sich nun als Wahrsagerin und Vermittlerin von Zauberformeln, weshalb ihr bald der Ruf einer > Hexe vorauseilte. 1806 wandte sich die kranke Rebecca Perigo an B., die sich ihrer besonders annahm und reichlich Geld abzapfte, indem sie vorgab im Dienst eines > Orakels, Mrs. Blythe, zu stehen, welche die Gabe hätte, in die Zukunft der Eheleute Perigo zu schauen. So habe ihr das Orakel mitgeteilt, dass das Ehepaar Perigo mehrere Tage lang Pudding essen solle. Der von B. verabreichte Pudding war jedoch vergiftet. Der Mann aß nur die halbe, die Frau die ganze Ration. Beide erkrankten schwer. Während sich William Perigo langsam erholte, starb Rebecca 1808. Der Mann machte den Fall publik. B. wurde daraufhin verhaftet, nicht als Hexe, sondern wegen Mordes an Rebecca Perigo, was 1809 zu ihrem Tod am Galgen führte.

Lit.: Extraordinary Life and Character of Mary Bateman, the Yorkshire Witch. Leeds: John Davies, 21809; The Complete History of Mary Bateman, the Yorkshire Pretended Witch & Imposter, etc. Leeds: H. Buckley & Son, 1864.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2