Basilius der Große

Basilius der Große, hl. (Fest: 2. Januar), älterer Bruder Gregors von Nyssa, Bischof von Cäsarea, Kirchenlehrer und Vater des morgenländischen Mönchtums, wurde um 330 in Cäsarea in Kappadozien (heute Kayseri in der Türkei) als Spross einer tief christlichen Familie geboren. Außer Großmutter und Eltern finden sich noch drei Geschwister unter den Heiligen – die Brüder Gregor und Petrus, die ebenfalls Bischöfe wurden, und die Schwester Makrina, unter deren Einfluss er sich taufen ließ.
Den ersten Unterricht erhielt B. unter Leitung seines Vaters, studierte dann in Cäsarea, Konstantinopel und Athen Rhetorik, Grammatik und Philosophie, schloss dort innige Freundschaft mit Gregor von Nazianz und folgte einem asketisch-kontemplativen Lebensstil. Er zog daraufhin nach Ägypten, reiste durch Kleinasien, kehrte wieder nach Cäsarea zurück und führte das Leben eines Eremiten, das er 360 aufgab, um gegen den Arianismus zu kämpfen. Er stellte sich in den Dienst seines Bischofs und wurde 364 zum Priester geweiht und 370 Bischof seiner Heimatstadt Cäsarea. Als dort eine Hungersnot ausbrach, machte er Cäsarea zu einer „Stadt der Nächstenliebe“ mit Spitälern und Armenhäusern.
Seine außerordentliche Lehr- und Predigttätigkeit brachte ihm den Titel „der Große“ ein. Gemeinsam mit Gregor von Nazianz erarbeitete er zwei für das byzantinische Mönchtum grundlegende Regeln, in die das Vorbild des > Origenes hinsichtlich der Verbindung von wissenschaftlicher Tätigkeit und asketischer Lebensweise einfloss – ein Konzept, das sich auch auf den Westen auswirkte. In seiner bedeutenden Schrift „Über den Heiligen Geist“ (Peri tu hagiu pneumatos) entfaltet er mit der Unterscheidung von Dogma (Lehre) und Kerygma (Verkündigung) die Grundzüge einer mystischen Theologie. Der Geist, der den Gläubigen in der Taufe ausgeteilt wird und sich in der Seele seine Wohnung schafft, führt den Menschen zur Vollendung, die in der Vermählung mit Gott besteht. Wichtige mystische Aussagen enthalten auch seine Homilien.
Neben den 362 echten Schriften, meist Briefen, wird B. in der griechischen Liturgie eine der in den liturgischen Büchern aufgeführten Beschwörungsformeln gegen Besessene zugeschrieben. In diesem Exorzismus werden mehrere Tiere genannt, die in der Legenden- und Sagenwelt seit alters her eine Rolle spielten. Bei slawischen Völkern wird der Basiliustag nach wie vor in besonderer Weise begangen. Nach französischem Volksglauben soll sein Bildnis die Herde vor dem Wolf schützen.
B. starb am 1. Januar 379 in Cäsarea.

Lit.: Basilius von Cäsarea: Über den Heiligen Geist. Eingel. und übers. von Manfred Blum. Freiburg i. Br.: Lambertus-Verl, 1967; Basil Caesariensis: Letters and Select Works. 2. pr. Peabody, Mass.: Hendrickson, 1999.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2