Basiläa

Basiläa (griech., Königin, Fürstin), älteste Tochter des > Uranos und der Titäa. Als Erstgeborene erzog sie ihre Geschwister wie eine Mutter, weshalb sie auch Magna Mater, „Grosse Mutter“, genannt wurde.
Nach dem Sturz von Uranos erhielt B. die Herrschaft über ihre Geschwister. Als sie dann mit ihrem Bruder > Hyperion den > Helios und die > Silene zeugte und auch diese an der Herrschaft beteiligen wollte, lehnten die Geschwister dies ab, töteten Hyperion, ertränkten Helios im Fluss Eridan und trieben so Silene dazu, sich in den Tod zu stürzen.
Als B. vom Tod ihrer Kinder erfuhr, wurde sie ohnmächtig. Im Traum sah sie Helios, der ihr mitteilte, die neuen Machthaber hätten verfügt, dass er künftig als Sonne und Selene als Mond über den Himmel ziehen solle. Als B. erwachte, zog sie mit dem Spielzeug ihrer Tochter – Trommeln und Kymbeln – wie von Sinnen durch das Land. Als man sie einfangen wollte, verschwand sie in einem Unwetter. Seither genießt sie göttliche Verehrung.
Basileia war auch der Name der Königsinsel des sagenhaften Reiches der > Atlanter.

Lit.: Graves, Robert: Griechische Mythologie. Köln: Anaconda, 2008.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2