Barton, Elizabeth

Barton, Elizabeth (ca. 1506–1534), englisches Dienstmädchen, genannt “Maid of Kent”, die als Prophetin und Hexe beträchtlichen Ruhm erlangte. Sie behauptete, die prophetische Gabe von der Jungfrau Maria erhalten zu haben, nachdem sie in der Kapelle eines Priesters von starken Anfällen wunderbar geheilt worden sei. Diese soll sie allerdings auf Anraten des Priesters vorgetäuscht haben. Die Kapelle wurde zu einem Pilgerort. Als B. jedoch, anscheinend auf Anregung verschiedener Stellen, eine Reihe von Prophezeiungen machte, die vor unheilvollen Konsequenzen der Scheidung Heinrichs VIII. von Anne Boleyn warnten, wurde sie von Anhängern des Königs in Misskredit gebracht, indem diese Gerüchte verbreiteten, B. sei eine Hexe. Sie wurde wegen Verrats festgenommen und zum Tod verurteilt. Bevor sie in Tyburn gehängt wurde, gestand sie, aus Eitelkeit gehandelt zu haben. Ob dieses Geständnis in voller Freiheit geschah, bleibt offen.

Lit.: Pickering, David: Lexikon der Magie und Hexerei. Dt. Erstausgabe, s. l.: Bechtermünz Verlag, 1999.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2