Barbo, Pietro

Barbo, Pietro, Papst Paul II. (30.8.1464 – 26.07.1471), geb. 1418 in Venedig, erkrankte als Kardinal in Ancona an der Pest und ließ sich daraufhin, da er nicht nach Rom reisen konnte, zum nahen Marienheiligtum von > Loreto bringen, um dort die Genesung zu erbitten. In diesem Marienheiligtum wird das Heilige Haus der Mutter Gottes von Nazareth verehrt, welches 1291 auf wunderbare Weise nach Tersatto im heutigen Kroatien und dann am 10. Dezember 1294 nach Loreto gebracht worden sein soll.
Die Bitte des Kardinals (genannt Pietro Barbo di Venezia) wurde erhört. B. erlebte innerhalb der Mauern des Heiligen Hauses die spontane und wundersame Heilung von der Pest und vernahm in einer „Privatoffenbarung“ der Madonna die Mitteilung, dass er Papst werden würde, wie das einige Tage später in Rom der Fall war, wo er am 30. August 1464 gleich beim ersten Scrutinium zum Papst gewählt wurde und sich Paul II. nannte. In seiner ersten Enzyklika vom 19. Oktober desselben Jahres bringt B. besonders seinen Dank an die Mutter von Loreto zum Ausdruck. Die Zusammenfassung dieser Enzyklika ließ der Leiter des Heiligen Hauses, R. Casali, in einen großen Marmorstreifen meißeln, der heute noch – eingemauert in der ersten Lisene des rechten Schiffes der Basilika von Loreto – zu sehen ist. Darin preist der Papst das Heiligtum, das durch seine großen Wunder berühmt wurde, mit den Worten: „Wir selbst haben sie in der eigenen Person erfahren.“

Lit.: Bartoli, Baldassare: Historische Beschreibung des Heil. Hauses zu Loreto. In einer wahrhafften Erzehlung nicht nur der Miraculeusen Uberbringung desselben, durch die Heil. Engel aus Nazareth in Galiläa nach Tersatto in Istrien, und nochmahls von dannen nach Loretto in Italien ...; Mit nöthigen und accuraten Kupffern versehen. Franckfurt: Buchner, 1725.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2