Barbarigo

Barbarigo, Gregorio Giovanni (*16.09.1625 Venedig; † 18.06.1697 Padua), Kardinal, hl. (26.05.1960, Fest: 18. Juni). Nach Abschluss seines juristischen Studiums an der Universität Padua reiste er als Begleiter des venezianischen Gesandten Alvise Contarini nach Münster, um diesen bei den Verhandlungen zum Westfälischen Frieden zu beraten. In Münster lernte er den päpstlichen Gesandten Fabio Chigi kennen, der später sein großer Förderer wurde.
1655 wurde B. zum Priester geweiht und 1656 berief ihn Chigi, der inzwischen als Alexander VII. den Stuhl Petri bestiegen hatte, nach Rom und betraute ihn mit der Koordinierung der Hilfe für die Pestkranken, für die sich B. auch persönlich als Priester, Krankenpfleger und Bestatter einsetzte. 1657 wurde er zum Bischof von Bergamo, drei Jahre später zum Kardinal und 1664 schließlich zum Bischof von Padua ernannt.
B. führte in seinen Diözesen umfangreiche Reformen durch, förderte die Seminare seiner beiden Bischofsstädte sowie das Studium der orientalischen Sprachen, weil er auf eine baldige Wiedervereinigung mit den Ostkirchen hoffte.
Der geschätzte Seelsorger, dessen Vorbild Karl Borromäus war, galt auch zweimal als aussichtsreicher Papst-Kandidat, doch winkte er beide Male ab.
Sein unversehrter Leib ruht im Dom von S. Maria Assunta in Padua.

Lit.: Chiericato, Giovanni Maria: Sulla vita del b. Gregorio card. Barbarigo, Vescovo di Padova: Riflessi tratti dalle opere di Giovanni Chiericato. Padova, 1897; Poletto, Giacomo: Nelle solennissime feste che Padova tributa al b. Gregorio Barbarigo nel secondo centenario della sua morte: Ode – Bassano, 1897.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2