Baraka

Baraka (arab., „Segen“), im Islam eine Kraft, die ursprünglich von > Allah ausgeht, jedoch auf Menschen und Gegenstände übertragen werden kann. Es handelt sich dabei um einen Segen oder Schutz, den Gott bestimmen Personen (Heiligen und Scherifen), Orten (Gräbern von > Marabuts), Gegenständen (dem Ölbaum) oder Daten (der 27. Nacht im > Ramadan) gewähren kann. B. kann aber auch durch das Berühren eines Schreins oder Grabes eines > Wali (heilige Persönlichkeit) und insbesondere durch den > Schwarzen Stein erlangt werden. Die Kraft soll zudem einem Koranexemplar, der Hennapflanze (> Henna), bestimmten Quellen u. Ä. innewohnen.
Das Wort B., dessen allgemeine Bedeutung „Glück“ ist, erscheint daher auch in zahlreichen Dankes-, Wunsch- und Begrüßungsformeln des religiösen und täglichen Lebens.
Da das Wort aus einer semitischen Wurzel hervorgegangen ist, hat die hebräische Bezeichnung barakh dieselbe Bedeutung. Zudem entsprechen dem hebräischen Vornamen Baruch die arabischen Vornamen Mabruk, Mubarak (der „Gesegnete“) usw.

Lit.: Schimmel, Annemarie: Die Zeichen Gottes. 2., unveränd. Aufl. München: Beck, 1995.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2