Baptista (Camilla) da Varano

Baptista (Camilla) da Varano (*9.04.1458 als Tochter des Herzogs von Camerino in Umbrien; † 31.05.1524 ebd.), Klarissin, selig (7.04.1843 Approbation des Kultes durch Gregor XVI., Fest: 31. Mai). 1481 trat sie zunächst bei den Klarissen in Urbino ein, 1484 dann in das von ihrem Vater gegründete Kloster S. Chiara in Camerino, wo sie 1499 Äbtissin wurde. Sie verfasste mehrere geistliche Schriften, von denen eine Reihe erhalten sind. In den Istruzioni z. B. warnt sie vor dem Schlaf der Trägheit und Gleichgültigkeit bei Ordensleuten. 
Die Schriften, von denen viele noch nicht veröffentlicht sind (so die meisten der Epistolae spirituales ad devotas personas und die Camina pleraque latina et vulgaria), sind insgesamt von beachtenswerter Originalität und tiefer Spiritualität, sodass sie von den hll. Philipp Neri und > Alphons Maria von Liguori sehr geschätzt wurden.
B. war eine der bedeutendsten Gelehrten ihrer Zeit und schrieb lateinisch wie italienisch gleichermaßen. Sie starb am 31. Mai 1524 und wurde im Chor des Klosters begraben. Bei der Exhumierung 1593 war ihre Zunge noch frisch und rot.

Lit.: Varano, Battista  da: Jesu, unsres Herrn Seelenleiden: betrachtet von der Seligen Baptista Varani, aus dem Orden der Hl. Clara. Innsbruck: Rauch, 1872; Rambuteau (Comtesse de): La bienheureuse Varani [Texte imprimé]: princesse de Camerino et religieuse franciscaine: (1458–1527). Deuxième édition / Paris: Librairie Victor Lecoffre, 1906; Franziskanisches Proprium für die franziskanischen Ordensgemeinschaften des deutschen Sprachgebietes; die Feier des Stundengebetes. Freiburg: Herder, 1980.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2