Bannwälder

Bannwälder, Waldschutzgebiete, „Urwälder von morgen“, vollständig unbewirtschaftet, Anschauungsobjekt für eine ungestörte Waldentwicklung, Biotope insbesondere für Totholzlebensgemeinschaften. Das Leben eines Baumes dauert oft mehr als 400 Jahre! Bereits heute liegt die Totholzmenge in B. in der Regel über den Totholzanteilen in bewirtschafteten Wäldern. Die B. sind ein Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten.
Geschichtlich scheinen die B. aus heidnischen Hainen hervorgegangen zu sein, wobei später an die Stelle des Kultes das Recht des Königs trat, der den heiligen Wald der Benutzung und Gemeinschaft des Volkes entzog. In solchen Wäldern pflegten nicht nur Missetäter, Verfolgte und Ausgestoßene Asyl zu finden, sondern hier sollten auch Geister, > Feen, > Kobolde und > Hexen hausen. Zudem sei die Totholzmenge neben den gesunden Bäumen eine Brutstätte magischer Kräfte.

Lit.: Grimm, Jakob: Deutsche Mythologie. Überarb. Reprint d. Orig.ausg. v. 1943 nach d. Exemplar d. Verlagsarchives. Coburg: K. W. Schütz-Verlag, o. J.; Bannwälder „Zimmeracker“ und „Klebwald“ im Hagenschieß, Nordschwarzwald: forstliche Grundaufnahme, Standorte, Vegetation / Forstliche Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg, Abteilung Waldökologie. Freiburg i. Br.: FVA, 2005.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2