Bannesche

Bannesche, Abwehrbaum. Nach altem Volksglauben pflanzte man zwischen Lichtmess (2. Februar) und Ostern einen Laubbaum der Gattung Eschen (lat. Fraxinus excelsior, F. angustifolia, F. ornus) aus der Familie der Ölbaumgewächse als Abwehr gegen Feuer, Seuchen und jede Form von Not und Unheil. Da eine Esche Wuchshöhen von bis zu 40 m, Stammdurchmesser von bis zu 2 m und ein Höchstalter von etwa 300 Jahren erreichen kann, wurde die B. für Generationen zum heiligen Baum. Man durfte sie weder mit Äxten und Beilen noch mit Sägen beschädigen. Wer dies trotzdem wagte, beschwor für sich und sein Dorf großes Unheil herauf. Derartige B.n soll es heute noch geben, so in Bisdorf auf der Ostseeinsel Fehmarn.

Lit.: Rust, Jürgen: Aberglaube und Hexenwahn in Schleswig-Holstein. Garding: Cobra-Verlag, 1983, S. 17f.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2