Banisterin

Banisterin, Bestandteil einer Reihe von psychedelischen Drogen, der erstmals 1928 von Louis Lewin isoliert wurde. Gewonnen aus Banisteria caapi und anderen Banisteria-Arten, ist B. chemisch identisch mit Harmin und Yagein. Die Eingeborenen Südamerikas, vor allem Brasiliens, Kolumbiens und Venezuelas, bereiten aus der Riesenliane Banisteria ein Rauschgetränk, den > Ayahuasca- oder Yage-Trank, mit beachtlicher halluzinogener Wirkung, die sich z. B. in der Loslösung der „Seele“ vom Körper, in Visionen von entlegenen Orten, im Erlebnis von > Himmel und > Hölle äußert. Die > Schamanen Südamerikas verwenden die Drogen, um eine Verbindung mit der Welt des Übernatürlichen herzustellen.

Lit.: Banisterin und Harmin: Bericht über d. Verhandlungen eines zusammengesetzten Ausschusses d. Landesgesundheitsrats am 12. Juli 1929. Berlin: Verlagsbuchh. von R. Schoetz, 1929; Krüger, Johannes: Versuche mit Harmin bzw. Banisterin bei Hunden. Berlin, 1931; Adelaars, Arno / Claudia Müller-Ebeling / Christian Rätsch: Ayahuasca: Rituale, Zaubertränke und visionäre Kunst aus Amazonien. Baden: AT Verlag, AZ Fachverlage, 2006.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2