Bali

Bali, auch Mahabali, in der Hindu-Mythologie ein Dämon und Affenkönig, der zu den > Daityas (Dämonen) und damit zu den > Asuras zählt. Er ist der Sohn von > Vairochana und Gemahl von Vindhyavali sowie Vater der Putana, die Krishna mit ihren vergifteten Brüsten stillen wollte, und des Bana. Seine Hauptstadt war Mahabalipura. Nach einer verlorenen Schlacht wurde er vor die Wahl gestellt, mit hundert Toren in den Himmel zu gehen oder mit einem Weisen in die Hölle. Er entschied sich für die Hölle, denn, so sagte er: „Mit einem Weisen kann ich leicht die Hölle zum Himmel machen, aber mit hundert Toren wird selbst der Himmel zur Hölle.“ Mit seiner Buße besiegte er den Gott des Firmaments, > Indra, und dehnte seine Herrschaft über Himmel, Erde und Unterwelt aus. Die Götter ersuchten >Vishnu um Hilfe, der B. als Zwerg (> Avatara) bat, ihm alles zu schenken, was er mit drei Schritten umschreiten könne. Als Bali zustimmte, stieg der Zwerg in zwei Schritten über Himmel und Erde, überließ B. dann aber aus Achtung vor seiner Güte die unteren Regionen (> Patala). Der Ursprung dieser Legende von drei Schritten ist im > Rigveda zu finden. 

Lit.: Fischer-Schreiber, Ingrid u. a. (Hg.): Lexikon der östlichen Weisheitslehren: Buddhismus, Hinduismus, Taoismus, Zen. Bern: Scherz, 1986.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2