Baibars

Baibars. Der Roman von Baibars, eher Heldenlied als Roman, ist eine der großen Sammlungen arabischer Volkserzählungen, von denen eine Ausgabe in 60 Bänden bis heute überliefert ist. Der Roman folgt einer Person, die der Erzählung ihre Einheit verleiht, nämlich dem Leben des großen Mamelucken-Sultans Baibars al-Bunduqdari. Dieser wurde 1223 im südrussischen Steppengebiet geboren und in Sivas (Osttürkei) als Sklave verkauft. Später befehligte er die Garden, gegen die 1250 der Kreuzzug Ludwig IX. des Heiligen bei Mansurah scheiterte, und besiegte als Befehlshaber der Mamelucken 1260 die Mongolen. Von 1260–1277 war er Sultan von Ägypten und Syrien. Er starb am 20.06.1277 in Damaskus, weil er versehentlich Gift trank.
Die Erzählungen im Roman von Baibars, die im Lauf der Jahrhunderte zur Legende ausgeschmückt wurden, sind episch und derb zugleich, wenn nicht gar anzüglich, und von kriegerischen Ritter- und Wundertaten sowie von den Früchten der Magie durchzogen. Sie sind ein Spiegelbild ihrer Zeit.

Lit.: Thorau, Peter: Sultan Baibars I. von Ägypten: ein Beitrag zur Geschichte des Vorderen Orients im 13. Jahrhundert. Wiesbaden: Reichert, 1987; Roman de Baibars. Paris: Éditions Sindbad, 1985–1998.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2