Baia

Baia (lat. Baiae), zur Römerzeit eine Stadt nordwestlich von Neapel und Sitz eines berühmten > Totenorakels, von dem in Vergils (70–19 v. Chr.) Äneis und in den Schriften von Strabo (63 v. Chr. bis 24 n. Chr.) die Rede ist. > Aeneas soll den Ort besucht haben, um mit dem Geist bzw. dem Schatten seines Vaters Kontakt aufzunehmen. Die Orakelstätte wurde unterirdisch in den Felsen gehauen. Es gibt daher Vermutungen, dass die in der Literatur beschriebene Unterwelt, z. B. jene in Homers Odyssee, sich auf B. bezieht.
Unter Kaiser Augustus (63 v. Chr. bis 14 n. Chr.) wurde das Orakel von dem römischen Admiral Marcus Agrippa aus ungeklärten Gründen zerstört und erst im 20. Jh. von den Amateurarchäologen Robert F. Paget und Keith W. Jones wiederentdeckt.

Lit.: Paget, Robert F.: In the Footsteps of Orpheus: The Discovery of the Ancient Greek Underworld. London: Robert Hale, 1967; Vergilius Maro, Publius: Hirtengedichte. Berlin; Weimar: Aufbau-Verlag, 1982.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2