Backster, Cleve

Backster, Cleve (*1924), ein früherer Vernehmungsbeamter der CIA, avancierte zu einem der führenden Lügendetektor-Spezialisten Amerikas. Er wurde Direktor des Keeler Polygraph Institute in Chicago und gründete später die Cleve Backster School of Lie Detection in Manhattan, New York.
Am Morgen des 2. Februar 1966 schloss B. seinen Büro-Drachenbaum an den Galvanometer seines Polygraphen an. Lügendetektoren messen Feuchtigkeitsströme und Backster wollte wissen, wie lange es dauerte, bis das Wasser der nassen Erde die Blätter an der Spitze erreichte. Er erfuhr dabei jedoch etwas völlig anderes. Als er die Pflanze begoss, zeigte der Detektorschreiber die typische Kurve eines Menschen, der sich freut. Er war erstaunt und dachte sich einen anderen Versuch aus. Er wollte die Pflanze ein wenig anbrennen, was, von dieser als Bedrohung verstanden, einen heftigen Ausschlag provozieren sollte. Der Schreiber reagierte kräftig, allerdings schon, als B. lediglich daran gedacht hatte, die Pflanze zu versengen. Daraus zog er den Schluss, dass Pflanzen nicht nur ein messbares Gefühlsleben haben, sondern auch Gedanken lesen können. In weiteren Versuchen fand er heraus, dass Hühnereier Schmerz empfinden, wenn sie gekocht werden, und dass sein Baum Mitleid mit den Eiern hatte. Ein Joghurt zuckte zusammen, wenn neben ihm ein anderer Joghurt durch Antibiotika umgebracht wurde. Salatblätter fielen in Ohnmacht, bevor sie gegessen wurden. Zu B.s speziellen Scherzen gehörte es, wenn er im Flugzeug seinen Nebenmann mit ansehen ließ, wie sein kleiner transportabler Detektorschreiber in Panik ausschlug, sobald Salat serviert wurde.
Der CIA allerdings missfielen diese Versuche, B. wurde gekündigt und musste sich als Nachtwächter durchschlagen. Wissenschaftler der westlichen Welt wollten von seinen Beobachtungen nichts hören, während man seine Ergebnisse in Indien für selbstverständlich nahm. Experimentelle Überprüfungen seiner Experimente, etwa durch John M. Kmetz, den Forschungsdirektor der Science Unlimited Research Foundation, ergaben nur negative Resultate, sodass der sogenannte Backster-Effekt noch weiterer Prüfungen bedarf.

W.: Evidence of a Primary Perception in Plant Life. In: Journal of Parapsychology (1968).
Lit.: Backster-Report. In: The International Journal of Parapsychology 10 (1968); Tompkins, Peter: Das geheime Leben der Pflanzen: Pflanzen als Lebewesen mit Charakter und Seele und ihre Reaktionen in den physischen und emotionalen Beziehungen zum Menschen. Frankfurt a. M.: Fischer Taschenbuch Verlag, 1974; Whitman, John: The Psychic Power of Plants. London: New American Library, 1974; Kmetz, J. M.: An Examination of Primary Perception in Plants. In: Parapsychology Review 6 (1975) 3.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2