Bach-Blüten-Therapie

Bach-Blüten-Therapie (engl. Bach flower therapy), zur Heilung von Gemütsleiden, körperlichen Symptomen und Schmerzen mittels der Blütenessenzen von 38 Pflanzen. Das Verfahren wurde von dem britischen Arzt Dr. Edward > Bach (24.9.1886 – 27.11.1936) eingeführt. Nach seiner Tätigkeit als allopathischer Arzt in Klinik und freier Praxis wandte er sich der > Homöopathie zu und ging schließlich auf der Suche nach einem natürlicheren Heilsystem 1930 nach Wales, um sich ganz der Erforschung der dort beheimateten Pflanzen zu widmen. Im Verlauf von sieben Jahren sonderte er in intuitivem Empfinden 38 Wildpflanzen für folgende Gebrechen aus:

1. Agrimony (bot. Agrimonia eupatoria; Odermenning): übersteigerte Sensibilität.
2. Aspen (bot. Populus tremula; Zitterpappel): latente Ängste.
3. Beech (bot. Fagus sylvatica; Rotbuche): Intoleranz, Kritiksucht, Arroganz.
4. Centaury (bot. Centaurium umbellatum; Tausendgüldenkraut): Überempfindlichkeit.
5. Cerato (bot. Wilmotiana; Bleiwurz): Unsicherheit.
6. Cherry Plum (bot. Prunus cerasifera; Kirschpflaume): Verzweiflung, Angst.
7. Chestnut Bud (bot. Aesculus hippocastanum; Kastanienknospe): mangelnde Einsicht, Realitätsblindheit, mangelnde Einsicht in die eigenen Fehler.
8. Chicory (bot. Cichorium intybus; Wegwarte): Selbstverleugnung, Aufopferung für andere.
9. Clematis (bot. Clematis vitalba; Weiße Waldrebe): Geistesabwesenheit, Realitätsferne, Weltfremdheit.
10. Crab Apple (bot. Malus pumila; Holzapfel): mangelndes Selbstwertgefühl, Gewissensbisse, Selbstquälen.
11. Elch (bot. Ulmus procera; Ulme): mangelndes Selbstvertrauen; das Gefühl, eine Aufgabe nicht erfüllen zu können.
12. Gentian (bot. Gentiana amarella; Herbstenzian): alle Arten von Unsicherheit.
13. Gorse (bot. Ilex europaeus; Stechginstcr): Hoffnungslosigkeit, Verzweiflung.
14. Heather (bot. Calluna vulgaris; Schottisches Heidekraut): eigennütziges Verhalten, Grübelsucht.
15. Holly (bot. Ilex aquifolium; Stechpalme): Hass, Eifersucht, Neid, Misstrauen.
16. Honeysuckle (bot. Lonicera caprifolium; Geißblatt): Nostalgie, Pessimismus.
17. Hornbeam (bot.: Carpinus betulus; Weißbuche): Müdigkeit, Erschöpfung.
18. Impatiens (bot. Impatiens glandulifera; Drüsentragendes Springkraut): Einsamkeit, Verzweiflung, Selbstmordgedanken.
19. Larch (bot. Larix decida; Lärche): Minderwertigkeit, Verzagtheit.
20. Mimulus (bot. Mimulus guttatus; Gefleckte Gauklerblume): Angst.
21. Mustard (bot. Sinapis arvensis; Wilder Senf): Melancholie.
22. Oak (bot. Quercus robur; Eiche): Verzweiflung, mangelnde Standfestigkeit.
23. Olive (bot. Olivia europaea; Olive): Erschöpfung, Ermüdung.
24. Pine (bot. Pinus sylvestris; Schottische Kiefer): Schuldgefühle, Selbstvorwürfe.
25. Red Chestnut (bot. Aesculus carnea; Rote Kastanie): übertriebene Angst.
26. Rock Rose (bot. Helianthemum nummularium; Gelbes Sonnenröschen): Angst.
27. Rock Water (Wasser aus einem Felsen): Märtyrertum.
28. Skleranthus (bot. Skleranthus annus; Einjähriger Knäuel): Verzweiflung.
29. Star of Bethlehem (bot. Onithogalum umbellatum; Goldiger Milchstern): Schock, Verzweiflung.
30. Sweet Chestnut (bot. Castanea sativa; Edelkastanie): Hoffungslosigkeit.
31. Vervain (bot. Verbena officinalis; Eisenkraut): Selbstaufgabe, übertriebene Opferbereitschaft.
32. Vine (bot. Vitis vinifera; Weinrebe): Rücksichtslosigkeit, autoritäres Verhalten.
33. Walnut (bot. Juglans regia; Walnuss): Hemmungen, mangelnde Zuversicht, Zukunftsangst, Angst vor Lebensentscheidungen.
34. Water Violet (bot. Hottonia palustris; Sumpfwasserfeder): Einsamkeit.
35. White Chestnut (bot. Aesculus hippocastanurn; Rosskastanie): Grübelsucht, Introvertiertheit.
36. Wild Oat (bot. Bromus ramosus; Waldrespe): Unbesonnenheit, Abenteuerlust.
37. Wild Rose (bot. Rosa canina; Heckenrose): Apathie, Gleichgültigkeit, Resignation.
38. Willow (bot. Salix vitellina; Gelbe Weide): Verbitterung; das Gefühl, im Leben zu kurz gekommen zu sein.

Bach war überzeugt, die individuelle Heilkraft der Pflanzen durch Auflegen der Hände auf die Blumenblätter zu erkennen. Die Blüten wurden gesammelt, in Schalen mit klarem Wasser gegeben und drei Stunden lang der Sonne ausgesetzt. Dann wurde das Wasser abgeseiht und die Blütenessenzen zur Heilung der oben genannten Gebrechen eingesetzt. Zur Sonnenmethode kam noch die des Abkochens hinzu.
Nach Bach gibt es keine Krankheiten, sondern nur kranke Menschen aufgrund von seelischen Ursachen. Der Mensch ist mit dem universellen Lebensprinzip oder Gott verbunden, hat eine unsterbliche Seele, ein höheres Selbst, das zwischen Seele und Person vermittelt und der Seele hilft, den ihr bekannten Auftrag dieses Menschen zu verwirklichen. Es geht hierbei um ideelle Qualitäten wie Weisheit, Freude, Stärke, Sanftmut usw., die Bach archetypische Seelenkonzepte nennt. Werden diese Tugenden nicht verwirklicht, bilden sich negative Zustände wie Habgier, Stolz usw., welche die Seele vom kosmischen Energiefeld trennen. Es kommt zu einer Disharmonie im feinstofflichen Bereich, die sich als Krankheit auf den Körper auswirkt.
Seine Therapie beruht daher darauf, diese negativen Seelenzustände durch übergeordnete harmonische Schwingungen zu überfluten, damit sie sich auflösen. Die Feststellung, welche der 38 Blütenessenzen ein Patient benötigt, wird im Gespräch ermittelt; dabei soll der Patient die Bachblüten selbst ein Jahr lang ausprobieren.
Inzwischen haben sich zusätzliche Diagnosehilfen eingebürgert, wie das Bachblüten-Orakel, eine Art > Tarot aus 38 Karten. Andere arbeiten intuitiv oder bedienen sich ergänzend der > Farbtherapie. Die Originalessenzen werden mit ¼ Wasser und ¼ Alkohol verdünnt. Standardmäßig werden täglich vier Tropfen eingenommen. Des Weiteren kommen Bäder, Umschläge und das Tragen von kleinen Fläschchen am Körper zur Anwendung. Da die meisten seelischen Störungen ihre Wurzeln in der Kindheit haben, wird die Therapie auch bei Kindern angewendet.
Dieses stark intuitiv aufgebaute Heilverfahren, bei dem die Zuordnung der Pflanzen zur jeweiligen Krankheit nicht auf wissenschaftlichen Untersuchungen beruht, kann bei persönlicher Motivation hilfreich sein, sollte aber die medizinische Gesundheitskontrolle nicht ersetzen, um bewährte medizinische Maßnahmen in konkreten Fällen nicht zu unterdrücken, bis es zu spät ist.

Lit.: Weeks, Nora: Edward Bach: Entdecker der Blütentherapie; sein Leben – seine Erkenntnisse. Aus dem Engl. übertr. von Christian Quatmann. München: Heyne, 1997; Heile dich selbst mit den Bach-Blüten / Edward Bach; Jens-Erik Petersen. Aus dem Engl. v. Karl Friedrich Hörner [Teil 2 (mit Ausnahme der Original-Bach-Texte) wurde aus dem Dän. übers. von Giovanni Dellefant]. München: Droemer Knaur, 1998; Bach, Edward: Gesammelte Werke: von der Homöopathie zur Bach-Blüten-Therapie. [Dt. Übers. von Karl Friedrich Hörner]. Grafing: Aquamarin-Verl., 2003; Bach, Edward: Blumen, die durch die Seele heilen: ausgewählte Originalschriften. Zsgest. und eingef. von Mechthild Scheffer. Berlin: Ullstein, 2004.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2