Baba

Baba, 1. Sumerische Stadtgöttin von Lagash. Tochter des Himmelsgottes > An und Gemahlin des Fruchtbarkeitsgottes > Ningirsu, Mutter von sieben Töchtern. Ursprünglich war sie vielleicht eine Muttergottheit („Mutter Baba“). Seit altbabylonischer Zeit ist sie unter der Bezeichnung „Ärztin der Schwarzköpfigen“ als Heilgöttin bekannt und wird öfters mit > Gula gleichgesetzt. König Gudea preist die „Mutter Baba“ als Herrin des Überflusses.
2. Bei den slawischen Völkern ist B. eine Göttin, die den weiblichen Aspekt einer Gottheit, die göttliche Seele, darstellt, im Sinne einer Allmutter oder einer weisen Frau. In neuerer Zeit bekam das Wort B. (Großmutter) die Bedeutung einer alten Frau mit all den Unannehmlichkeiten und Krankheiten.
3. Im ungarischen Volksglauben war B. ursprünglich eine hilfreiche > Fee, die später zu einer > Hexe wurde. Man nannte sie auch die „Alte mit der Eisennase“. B. ist ferner die Bezeichnung für eine Hebamme mit Zauberkräften.

Lit.: Dhorme, Édouard: Les religions de Babylonie et d'Assyrie. Paris: Press Univ. de France, 21949; Heimpel, Wolfgang: Der Tod der Göttin Baba von Lagaš. In: Festschrift für Hermann Heimpel zum 70. Geburtstag am 19. September 1971, Bd. 3. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht, 1972.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 2