Averroes

Averroes (Mohammed ibn Ruschd), arabischer Philosoph, geb. 1126 in Cordoba, gest. 1198 in Marrakesch. Wegen seiner Aristoteles-Kommentierung, die schon bald in lateinischer Übersetzung vorlag, wurde er der „Kommentator“ genannt. Der Kosmos ist ohne Anfang, wird von Gott, dem ersten Beweger, in Gang gehalten und von Sphärengeistern, den Intelligenzen, regiert. A. verneint die persönliche Unsterblichkeit, bejaht aber die Unvergänglichkeit der allen Menschen innewohnenden Gattungsvernunft. Diese wird im einzelnen Menschen tätig und bewirkt einen Kontakt mit dem ersten Beweger. Darin liegt des Menschen Glück, der aber, wie jedes Individuum, vergänglich ist.

Lit.: Aristoteles: (Aristotelis opera latine cum commentariis Averrois). (Venetiis: Andree de asula Bartholomei Alexandrini), 1483; Eichner, Heidrun: Averroes (Abu l-Walid ibn Rusd), Mittlerer Kommentar zu Aristoteles‘ De generatione et corruptione / mit einer einleitenden Studie vers., hrsg. und kommentiert von Heidrun Eichner. [Hrsg. von der Nordrhein-Westfälischen Akademie der Wissenschaften]. Paderborn u. a.: Schöningh, 2005.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1