Automatismen

Automatismen (griech. autómatos, sich von selbst bewegend), unwillkürliche Handlungen. Dazu gehören: 1) spontan ablaufende Vorgänge wie Atmung oder Pulsschlag; 2) ererbte oder erlernte Verhaltenweisen, die ungewollt ausgelöst werden, wie Reflexe, Instinkte und unkontrollierte Gewohnheitshandlungen; 3) persönlichkeitsfremde, krankhafte, spontane Handlungen; 4) spontane motorische oder sensorische Erscheinungen sowohl im Wachbewusstsein als auch in veränderten Bewusstseinszuständen und sogar bei völliger Ausschaltung des Bewusstseins, deren Auslösung und Steuerung nicht bei den betreffenden Personen zu liegen scheinen, die auch keineswegs im Sinne der Pathologie krank sein müssen.
Im motorischen Bereich sind es vor allem > Automatisches Schreiben, > Automatisches Sprechen, > Automatisches Malen und Zeichnen, bestimmte Begleiterscheinungen des > Tischchen- und > Glasrückens, des > Pendelns, des > Wünschelrutengehens usw.
Die Paranormologie interessiert sich dabei für jene Handlungen, die – wie von einer inneren Intelligenz geführt – im bewussten wie im unbewussten Zustand bzw. in veränderten Bewusstseinszuständen ablaufen, wobei die Person nach der Handlung stets zur vollen Selbst- und Realitätskontrolle zurückkehrt. Von den Spiritisten wird diese innere Intelligenz in besonderen Fällen Verstorbenen oder transzendenten Wesenheiten zugeschrieben, von den Animisten inneren psychischen Kräften, wie abgespaltenen sekundären Persönlichkeiten.

Lit.: Myers, Frederic William Henry: Automatic Writing. In: Proc. SPR Bde 2 / 4 Nr. 8 u. 11, 1885, 1886 / 87; Bender, Hans: Psychische Automatismen: zur Experimentalpsychologie d. Unterbewussten u. d. außersinnlichen Wahrnehmung. Leipzig: J. A. Barth, 1936; Internationale Diagnosen-Checkliste für Persönlichkeitsstörungen nach ICD-10 und DSM-IV: (IDCL-P). Bern u. a.: Huber, 2002.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1