Automatisches Malen und Zeichnen

Automatisches Malen und Zeichnen, automatische Gestaltung von Bildern und Graphiken, einfacher Formen und Manierismen bis hin zu wertvollen künstlerischen Werken. Die Ausführung erfolgt meist sehr rasch und wie von einer fremden Kraft geführt, jenseits der eigenen willentlichen Kontrolle. Berichte über derartige Produktionen finden sich in Lebensbeschreibungen von Heiligen und Medien, und so mancher Künstler erreichte seine höchste Gestaltungskraft in einem völligen Automatismus (Giovetti).
Dieses automatische Malen oder Zeichnen erfolgt zuweilen auch nach Anrufung eines Verstorbenen durch den Automatisten selbst oder durch andere Personen, um über das Bild oder die Zeichnung eine Botschaft des Verstorbenen zu erhalten, die dann allerdings gedeutet werden muss. Meistens hat jedoch der Automatist persönlich das Empfinden, bei seinem Malen oder Zeichnen von einer verstorbenen Person oder einer transzendenten Wesenheit geführt zu werden. Dies ist vor allem dann besonders beeindruckend, wenn er im Normalbewusstsein völlig anders malt oder zeichnet bzw. diesbezüglich überhaupt keine besonderen Fähigkeiten aufweist (Uphoff). Man ist allerdings gut beraten, in dieser Frage größte Zurückhaltung zu wahren, denn unbewusste Eigenproduktion und Fremdbeeinflussung sind hier oft kaum noch zu unterscheiden. Zudem ist das psychische Befinden des Automatisten genau zu beobachten. Kehrt er nach dem Malen oder Zeichnen zur normalen Motorikkontrolle zurück, dann ist zunächst von einer pathologischen Reaktion abzusehen.
Zu diesen Automatisten werden neben einer Anzahl von Heiligen unter anderem Mme. Marguerite > Burnat-Provins, Marjan > Gruzewski, Heinrich > Nüßlein, Jutta > Kieser, William > Blake, Augustine > Lesage und Gustavo > Rol gezählt, um nur einige zu nennen.

Lit.: Görres, Joseph: Die christliche Mystik II. Neue Aufl. in fünf Bänden. Regensburg: Verlagsanst. vorm. G. J. Manz, o. J., S. 155–157; Tenhaefff , W. H. C: Kontakte mit dem Jenseits? Der Spiritismus-Report / Einführung von Hans Bender. Berlin: Universitas Verlag, o. J.; Bender, Hans: Unser sechster Sinn: Telepathie – Hellsehen – Spuk. – Ungek. Ausg. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt Taschenbuch Verlag, 1972; Uphoff, Walter: Neuland der Psyche: der Schlüssel zu neuen Welten der Psi-Forschung / Vorwort von Harold Sherman; Vorwort zur deutschen Ausgabe Hans Naegeli-Osjord. Dt. Erstausg. München: Wilhelm Heyne, 1978; Giovetti, Paola: Mediale Zeichnung und Malerei. In: Andreas Resch: Geheime Mächte. Innsbruck: Resch, 1984 (Imago Mundi; 9), S. 419–457.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1