Auto-da-Fé

Auto-da-Fé (port., „Akt des Glaubens“). Ausgefeilte öffentliche Zeremonien der Inquisition, besonders in Spanien, bei denen nach einer prunkvollen Prozession, Messe und Predigt die Urteile verlesen wurden. Die erste dieser Zeremonien geht auf 1481 zurück. Sie wurden von Napoleon 1808 in Spanien endgültig abgeschafft. Die Häretiker wurden mit einem gelben Gewand und einer Mitra bekleidet. Die zum Tode Verurteilten wurden der weltlichen Macht übergeben und meist sonntags unter großem Volksauflauf auf den Plätzen öffentlich hingerichtet bzw. verbrannt.

Lit.: Troisi, Luigi: Dizionario Massonico: Esoterismo – Ermetismo – Religioni – Miti – Simboli / Vorwort von Aldo A. Mola. Foggia: Bastogi, o. J.; König, Bruno Emil: Ausgeburten des Menschenwahns im Spiegel der Hexenprozesse und der Autodafé's: historische Schandsäulen des Aberglaubens; eine Geschichte des After- und Aberglaubens bis auf die Gegenwart; ein Volksbuch. Berlin-Schöneberg: Bock, 1935; Frèches, Claude Henri: Une apologétique baroque: les sermons portugais d'autodafé au XVIIe siècle. Portug. Forschungen d. Görresgesellschaft, 1977; Haddad, Gérard: Les biblioclastes: Le Messie et l'autodafé. Paris: B. Grasset, 1990.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1