Austrieb

Austrieb. Der Austrieb von Vieh wird von magischen Schutzmaßnahmen begleitet, die dazu dienen sollen, das Vieh beim Übergang von der Stallfütterung zur Weidefütterung vor bedrohlichen Dämonen zu schützen. Schon der Tag des Austriebs ist zu beachten. Ungünstige Tage sind Montag und Freitag. Als magisches Schutzzeichen schlägt der Hirte beim Segnen des Viehs allerlei Kreuze. Dem Vieh selbst wird u. a. ein Kreuz auf die Stirn gemacht. Dämonen werden durch Lärm vertrieben, wozu auch die Kuhglocken und ein Reihe anderer Zauberformen dienen.

Lit.: Veith, Willibald: Schlesien: ein geogr. u. geschichtl. Merk- u. Wiederholungsbüchlein f. d. Hand d. Schülers. Breslau: F. Goerlich, 1928; Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens / hrsg. von Hanns Bächtold-Stäubli unter Mitw. von Eduard Hoffmann-Krayer; mit e. Vorw. von Christoph Daxelmüller. Berlin u. a.: de Gruyter, 1987.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1