Außerzeitliche Wahrnehmung

Außerzeitliche Wahrnehmung, Erfahrung ohne Zeitempfinden. Solche Erfahrungen treten in Bewusstseinszuständen auf, bei denen das Zeitempfinden aufgehoben ist, wie etwa > Trance, > Somnambulismus, > Ekstase, > Psychostase und > Pneumostase.
Philosophisch gesehen sind für I. Kant außerräumliche bzw. außerzeitliche Erkenntnisse nicht möglich, da das Ding an sich – wie Kant die Welt der übersinnlichen Ideen (Gott, Wahrheit usw.) bezeichnet – nicht erkannt werden kann. Der Mensch ist abhängig von den ihm mitgegebenen Formen der Anschauung. Die Vernunft sollte sich darauf beschränken, das empirische Material sinnlicher Erfahrungen auszuwerten und dürfe keine metaphysischen Erkenntnisse beanspruchen. Damit hat Kant wesentlich die Entwicklung der modernen Naturwissenschaft und die mit ihr verbundene Wissenschaftstheorie beeinflusst.
Bei der hier angesprochenen Außerzeitlichen Wahrnehmung geht es nicht so sehr um metaphysische Erkenntnisse, sondern vielmehr um Erfahrungen im raum-zeitlosen Bewusstseinszustand.

Lit.: Drury, Nevill: Lexikon esoterischen Wissens. Dt. Erstausg. München: Droemersche Verlagsanst. Th. Knaur Nachf., 1988; Resch, Andreas: Veränderte Bewusstseinszustände: Träume, Trance, Ekstase. Innsbruck: Resch, 1990 (Imago Mundi; 12); Kant, Immanuel: Kritik der reinen Vernunft. Wiesbaden: Fourier, 2003.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1