Aurafühlen

Aurafühlen, Erspüren der > Aura mit bloßen Händen. Aus den empfundenen Unregelmäßigkeiten schließen Sensitive auf den jeweiligen Gesundheitszustand bzw. auf Krankheiten.
Die Fähigkeit des Aurafühlens konnte eine vierköpfige Ärztekommission bei der Prüfung der bulgarischen Geistheilerin Krassimirà > Dimowa testen, die unter ständiger Aufsicht von 4.– 30. Juni 1990 im Militärkrankenhaus von Russe mehrere Dutzend chronisch Kranker per Handauflegen behandelte. Nebenbei wurden auch ihre diagnostischen Fähigkeiten geprüft. Dazu wurden ihr fünf Patienten vorgeführt. Die ärztlichen Diagnosen lauteten: Tumor an beiden Eierstöcken; Spondylitis tuberculosa (die häufigste Form der Skelett-Tuberkulose, bei der Entzündungen in allen Abschnitten der Wirbelsäule auftreten können); ein retriperitonealer, d. h. hinter dem Bauchfell gelegener, Tumor; eine bösartige Geschwulst am Blinddarm, mit Metastasen an der Leber; knotige Verhärtungen in der linken Brust. Bei jedem Patienten glitten Dimowas Hände wie suchend um den ganzen Körper, ohne ihn direkt zu berühren; die Bewegungen stockten, sobald sie offenbar fündig wurde. In allen fünf Fällen verblüffte sie die Ärztekommission: Was sie erspürte, deckte sich ausnahmslos mit dem pathologischen Befund. Auch wenn die Heilerin ihre Diagnosen nicht präzise formulierte, so grenzte sie doch die betroffenen Bereiche ein und gab z. B. den Grad der Bös- oder Gutartigkeit an. Frau Dimowa war auch imstande, zwischen lokalen (örtlich eingrenzbaren) Erkrankungen und allgemeinen Erkrankungen mit lokalem Ausdruck zu unterscheiden.

Lit.: Dimova, Krassimirà: Mein Weg zur Heilerin. In: Grenzgebiete der Wissenschaft 40 (1991) 4, 311–333; Wiesendanger, Harald: Das große Buch vom geistigen Heilen: die umfassende Darstellung sämtlicher Methoden, Krankheiten auf geistigem Wege zu erkennen und zu behandeln. Bern u. a.: Scherz, 1994.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1