August

August (lat., augustus, „der Erhabene“), achter Monat im Jahr. Bei den Römern zuerst Sextilis, der 6. Monat, genannt, erhielt er im Jahre 7 v. Chr. bei der Berichtigung des Schaltwesens von Kaiser Augustus, der im Sextilis die meisten Siege erfochten hatte, seinen endgültigen Namen. Ursprünglich war „Augustus“ der Ehrenname des Caius Julius Cäsar Octavianus, den ihm der Senat auf Antrag des Lucius Munatius Plancus am 17. 1. 27 v. Chr. verliehen hatte. Zum Titel geworden, gewann er die Bedeutung von „Kaiser“, „Majestät“.
Der älteste deutsche Name für August ist Erntemonat (Aranmânoth). So erhielt das Wort „August“ im Norddeutschen die Bedeutung von „Ernte“. Als heißester Monat des Jahres hat er ferner die Namen Kochmonat und Hitzemonat. Eine alte Wetterregel besagt, dass man an den vier Tagen vor dem Augustvollmond die Mondspitzen beobachten soll. Sind sie rein, bleibt das Wetter gut; sind sie trüb, regnet es bis Monatsende.
Der 1. August gehört mit dem 1. April und dem 1. Dezember zu den größten Unglückstagen. An ihm wurde der Teufel aus dem Himmel geworfen, daher soll am 1. August keine Hochzeit stattfinden. Bei den Franzosen gelten Hochzeiten den ganzen August über als unglücklich, während nach den Vorstellungen in Nordindien gerade im A. während der Periode der Salomofestlichkeit Geborene vor dem > bösen Blick geschützt sind und zudem die Macht besitzen sollen, diesen zu vertreiben.
Bedeutsam ist ferner, dass im A. die Sonne in das Zeichen der Jungfrau tritt und die Römer das Fest der Jungfrau > Diana feierten, welches die Kirche in das Fest > Maria Himmelfahrt verwandelte. An diesem Tag beginnt im deutschen Volksglauben der > Frauendreißiger, wo die Pflanzen am meisten Kraft besitzen.

Lit.: Vergleichende Volksmedizin: eine Darstellung volksmedizinischer Sitten und Gebräuche, Anschauungen und Heilfaktoren, des Aberglaubens und der Zaubermedizin / unter Mitw. von Fachgelehrten hrsg. von O. v. Hovorka und A. Kronfeld. Stuttgart: Strecker & Schröder, 1908; Schumacher, Karl-Heinz: Die deutschen Monatsnamen. Greifswald: Bamberg, 1937.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1