Auferstehungspflanze

Auferstehungspflanze oder Rose von Jericho werden drei verschiedene Pflanzenarten aus drei verschiedenen Familien genannt: anastatica hierochuntica, pallensis hierochuntica und selaginella lepidophylla.
Die echte Rose von Jericho ist die Anastatica hierochuntica L. (Cruciferae). Sie kommt von Nordafrika bis Vorderasien vor (Marokko bis Iran) und wird schon in der Bibel erwähnt. Die Muttergottes soll sie auf der Flucht von Nazareth nach Ägypten gesegnet und ihr ewiges Leben verliehen haben. Sie ist einjährig. Den Großteil des Jahres über sind die bräunlichen Blätter und Stengel knäuelförmig zusammengerollt und wirken, als ob sie tot wären. Nach Befeuchtung breiten sie sich aus, um die Früchte freizugeben (hygroskopische Bewegungen beruhen auf Quellmechanismen). Dies lässt sich beliebig wiederholen. Da man so die Pflanze immer wieder zum Leben erwecken kann, wird sie auch Auferstehungspflanze genannt und ist daher auch als Osterpflanze vermehrt im Angebot zu finden.
Zudem verbreitet die Rose von Jericho ein angenehm frisches und würziges Aroma und sorgt für gute Atemluft im Zimmer. Ausgetrocknet soll sie im Zimmer Ungeziefer, wie z. B. Motten, fernhalten. Wer die Rose von Jericho besitzt, dem sind angeblich Gesundheit, Glück, hohes Alter und Reichtum beschieden. Hält man die Pflanze über einen Menschen, so soll sie ihm alle negative Energie entziehen. Ein Sud aus der Pflanze soll bei Krämpfen und Geburten lindernd wirken.
Als traditionelle Auferstehungspflanze des Mittelalters gilt allerdings der > Löwenzahn.

Lit.: Schiller, Petra: Anatomische, physiologische und biochemische Anpassungen der aquatischen Auferstehungspflanze Chamaegigas intrepidus an ihren extremen Standort. [Mikrofiche-Ausg.], 1998; Die Rose von Jericho: christliche Pflanzenmärchen / ges. und nacherzählt von Walter Glöckner. Ill. von Heinz Renz. Remshalden: Hennecke, 2000; Bergmann, Marion: Die Rose von Jericho. Hohenwestedt: Broschat, 2002.

 

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1