Athinganer

Athinganer (lat., „Nicht-Berührer“), religiöse Bewegung mit orientalisch-heidnischen Bestandteilen und einigen christlichen Ideen. Nach ihrer Lehre ist Melchisedek der Gott und Vater Christi und werde deshalb in der Schrift mutterlos, vaterlos und geschlechtslos genannt. Christus sei Priester nach der von Melchisedek gesetzten Ordnung. Vom Judentum hatten sie die Feier des Sabbat angenommen. Beschneidung und Taufe lehnten sie ab. Unter sich hatten sie einen Dämonendienst: Soru, Sochan und Arche hießen die vornehmsten Dämonen, die sie anriefen und durch deren Macht sie angeblich sogar den > Mond bewältigen und ihn über Geheimnisse befragen konnten. Die Geschichte der Menschen sei an die Gestirne gebunden, von deren Auseinandersetzungen der Erfolg menschlicher Bestrebungen abhänge. Ihr Name besagt, dass sie niemanden berührten, der nicht ihres Glaubens war. Sollte jemand von ihnen trotz aller Sorgfalt einer Berührung anheimfallen, musste er sich gleich gewissen Waschungen und Reinigungszeremonien unterziehen. Zudem sollen sie noch eigene geheime Bräuche gepflegt haben.

Lit.: Graecae ecclesiae vetera monumenta, ex bibliotheca Medicea / Cura et studio Ang. Mar. Bandini. Florenz, 1762; Döllinger, Ignaz von: Beiträge zur Sektengeschichte des Mittelalters. Reprograf. Nachdr. d. 1. Aufl., München, 1890. Darmstadt: Wissensch. Buchges., 1982.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1