Athanasios Athonites

Athanasios Athonites (griech. athanasios, unsterblich, ca. 920-ca. 1002), Heiliger (Fest: 5. Juli), Stifter des koinobitischen Mönchtums und Begründer der berühmten Klosterniederlassung auf dem Berg Athos, dem Hauptberg der östlichen Landzunge der Halbinsel Chalkidike in Griechenland. A. hieß Abraham, stammte aus Trapezus und wurde nach dem frühen Tod seiner reichen Eltern in Konstantinopel erzogen, wo er auch studierte und lehrte, bis er um 952 auf dem Kyminaberg in Bithynien Mönch wurde. Er war u. a. geistlicher Berater des Kaisers Nikephoros II. Phokas. Von ihm veranlasst und finanziell unterstützt, zog er um 958 auf den Berg Athos, wo er zunächst als Einsiedler lebte und schwere Zeiten zu überwinden hatte. Als er den Berg verlassen wollte, erschien ihm Maria und hinderte ihn daran, wegzugehen und seiner Berufung untreu zu werden. So blieb er, führte das Koinobitentum (gemeinschaftliche Lebensform) ein und baute (962/63) die große Laura, eine Kolonie von Einsiedlerzellen und Grotten unter der Führung eines Abtes. Eine freiheitsliebende Partei der Einsiedler widersetzte sich seinen Vorschriften, doch überwand er mit Hilfe des Kaisers Johannes I. Tzimiskes (969–976) den Widerstand und wurde zum ersten Oberen des Klosters. Durch die 970 erlassene Konstitution (Typikon), inspiriert von der Studios-Regel (Konstantinopel) mit Einflüssen der Benediktinerregel, verschaffte er der neuen Stiftung ein geregeltes, auf strenge Unterordnung, einfache Lebensweise und Handarbeit gegründetes Dasein. Sein Leben endete tragisch. Er wurde um 1002 mit fünf anderen Mönchen beim Bau einer Kirche von einem Balken erschlagen.

Lit.: Vita des A.. In: AnBoll 25, 1906, 1ff.; Aus den Bibliotheken des Athos: illustrierte Handschriften aus mittel- und spätbyzantinischer Zeit / Kurt Weitzmann. [Aufnahmen: Karl Eller]. Hamburg: Wittig, 1963; Meyer, Philipp: Die Haupturkunden für die Geschichte der Athosklöster; Grösstentheils zum 1. Male hrsg. u. mit Einleitungen versehen. Amsterdam: Hakkert, 1965.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1