Atemübungen

Atemübungen, bewusste Gestaltung der Atmung im Einatmen, Ausatmen und Anhalten des Atems. A. werden vor allem aus östlichen Meditations- und Yogalehren überliefert. Sie haben sich heute auch in der westlichen Welt etabliert, und so gibt es viele verschiedene Richtungen der > Atemtherapie, wie etwa die Schule von Ilse Middendorf. Für die indische Yoga-Tradition, z. B. den > Kriya-Yoga, ist es charakteristisch, den > Atem nicht nur bewusst zu beobachten, sondern zwischen Ein- und Ausatmen eine bestimmte Anhaltephase einzuschieben.
Im > Yoga dienen A. zunächst zur Erlernung der geistigen Kontrolle physischer Abläufe im Körper, damit zur Stärkung der Willenskraft und letztendlich ganz entscheidend zur geistigen Entwicklung des Menschen. Für den westlichen Menschen bedeuten A. die Harmonisierung körperlicher wie seelischer Vorgänge; sie fördern damit die Gesundheit schlechthin bzw. sie unterstützen auch bestimmte Berufsgruppen, die sich mit Gesang und Sprache befassen.

Lit.: Isbert, Otto Albert: Bewusste Atempflege in täglicher Praxis. Einführung und Übungen zur Atempädagogik. München-Pasing: Drei Eichen Verl., 1964; Isbert, Otto A. / Horbat, Irene (Hg.): Yoga-Sadhana. Geistige Yoga-Praxis. Sudien- und Übungshefte zum Raya- und Kriya-Yoga. Heidenheim-Brenz, o. J.; Miers, Horst E.: Lexikon des Geheimwissens. München: Goldmann, 1993; Yogananda, Paramahansa: Autobiography of a Yogi. Los Angeles, 1972 (1946); dt. Autobiographie eines Yogi. Los Angeles: Self Realization Fellowship, 1998.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1