Atalante

Atalante (griech.), eine Frauengestalt der griechischen Mythologie. Sie war eine berühmte jungfräuliche Jägerin aus Arkadien, Tochter des > Iasos und der Klymene, oder aus Böotien und Tochter des boötischen Königs Schoineus, dessen Wohnsitz nicht bestimmt angegeben wird. Sie nahm an der > Kalydonischen Jagd teil und traf als Erste den Eber, den > Meleagros schließlich erlegte, nachdem er mehrere Kämpfer zerrissen hatte. Er wurde daher zum Sieger erklärt. Da er A. liebte, gab er ihr den Siegespreis. Als Frucht ihrer Liebe wird Parthenopaeus genannt, der später einer der Sieben gegen Theben war.
Nach einer anderen Version sei A. als Kind ausgesetzt worden, da Iasos einen Sohn wollte. Eine Bärin habe sie jedoch gesäugt und Jäger zogen sie auf. Von bezaubernder Schönheit hielt sie ihre Jungfräulichkeit so hoch, dass sie als schnellste Läuferin den Freiern zur Bedingung machte, mit ihr in einen Wettkampf zu treten. Im Fall eines Sieges ihrerseits würde sie den Mitkämpfer mit einem Speer durchbohren; wenn er Sieger würde, so solle ihre Hand der Lohn sein. Als > Melanion, nach anderer Version > Hippomenes, sich um sie bewarb, bat er > Venus um Hilfe, die ihm drei goldene Äpfel schenkte. Als A. ihn einzuholen drohte, ließ er einen nach dem anderen fallen. A. hob den seltenen Fund auf, belastete sich dadurch und verlor zudem noch Zeit, sodass Melanion das Ziel vor ihr erreichte. Die beiden heirateten und entweihten einen Tempel des Zeus (nach anderer Version der Kybele), indem sie dort beisammenlagen und zur Strafe in zwei Löwen verwandelt wurden.

Lit.: Kerényi, Karl: Die Heroen der Griechen: Die Heroengeschichten der griechischen Mythologie. Zürich: Rhein-Verl., 1958; Grant, Michael: Lexikon der antiken Mythen und Gestalten. [Aus dem Engl. von Holger Fliessbach]. München: Dt. Taschenbuch-Verl., 1995; Graves, Robert: Griechische Mythologie: Quellen und Deutung. Autoris. dt. Übers. von Hugo Seinfeld unter Mitw. von Boris v. Borresholm nach der im Jahre 1955 erschienenen amerikan. Penguin-Ausg. Reinbek bei Hamburg: Rowohlt, 2001.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1