Asiatische Kampfkünste

Asiatische Kampfkünste. Zu ihnen gehören Tae Kwon Do, Thai Boxen, Ju Jitsu, Judo, Aikido, Wushu, Tijiquan, Akido, Karate, Ninjutso, Sambo, Sumo, Kendo, Kyudo u. a.
Diese Techniken entstanden zuerst in Indien und China auf der Grundlage sehr komplexer vedischer, taoistischer und buddhistischer Lehren über die Zusammenhänge und das Zusammenspiel von Körper und Bewusstsein.
Durch > Bodhidharma (ca. 448–527) gelangten die Techniken nach China und wurden dort mit alten taoistischen und neuen buddhistischen Einsichten in die menschliche Konstitution in Einklang gebracht. So entstand in den chinesischen Klöstern das > Chuan Fa, d. h. das Gesetz (dharma) der Faust, das im Westen unter dem falschen Namen „Kung Fu“ bekannt wurde; die japanische Übersetzung heißt „Kempo“. Es handelt sich dabei um eine bestimmte Disziplin von Meditationen und sie unterstützende Bewegungsübungen, die auch eine medizinische Funktion hatten. Ein Teil dieser Übungen, „Hsing“ genannt, wurde mit dem Element Feuer verbunden und diente der gewaltlosen Selbstverteidigung. Dies entspricht den Lehren der Chinesischen Medizin, die zwischen inneren, d. h. emotionalen, und äußeren, d. h. klimatischen und anderen Krankheitsursachen unterscheidet. Zu Letzteren zählen auch Angriffe durch feindliche Tiere oder Menschen, weshalb die Selbstverteidigung im Rahmen der Gesundheitsvorsorge verstanden wird, die für die nach Unsterblichkeit strebenden Taoisten sehr wichtig war. Die Hsing sind, wie die > Mudras, besonders dazu geeignet, > Energie auf eine gewünschte Weise zu lenken. Die ursprüngliche Bedeutung der A. besteht darin, die Energie eines Angreifers gegen diesen selbst zu richten und ihn dadurch unschädlich zu machen.

Lit.: Schlag nach, asiatische Kampfkünste: [Wushu, Tijiquan, Akido, Karate, Judo, Ninjutso, Taekwon-do, Sambo, Thai-Boxen, Sumo, Kendo, Kyudo]. Berlin: Verl. Junge Welt, 1990; Goodman, Fay: Kampfsport : asiatische Kampfkünste im Überblick. Limassol: Lechner, 2000; Paetzold, Frank: Wu Shu: Faszination China & asiatische Kampfkünste; mit Ausführungen über: Die Rebellion der Yihetuan (Boxeraufstand); das Erbe einer Nonne – wing chun. Plauen / V.: fpublisher-Verl., 2003.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1