Asen-Vanen-Krieg

Asen-Vanen-Krieg. Nach der nordischen Mythologie kam es zum ersten Krieg zwischen den > Asen und > Vanen, als sich das Göttergeschlecht der Asen an der goldreichen Vanin > Gullveig vergriff, nachdem sie zuvor nach einem Besuch dreier Riesentöchter der Gier nach Gold erlegen waren. Da die Asen von Gullveig keine Antwort auf den Ursprung des Reichtums erhielten, versuchten sie Gullveig dreimal zu foltern und zu verbrennen. Diesem Frevel folgte der erste Krieg zwischen den Asen und Vanen, den > Odin mit dem Wurf seines Gers eröffnete.
Beim Friedensschluss tauschte man als Garant des Friedens Geiseln aus. Die Vanen sandten den Meeresgott > Njörd, dessen Kinder, die Zwillinge > Freya und > Freyr, nach > Asgard. Von dort kamen der langbeinige Bruder Odins, > Hönir, und der weise Riese > Mimir nach Vanaheim. Bei der Versöhnung bildete sich > Kvasir.
Nach einiger Zeit ärgerten sich die Vanen über Hönir, weil er immer nur wiederholte, was zuvor schon Mimir gesprochen hatte. Schließlich schlugen sie Mimir den Kopf ab und schickten ihn Odin. Da Mimir nicht ganz tot war, kam es jedoch zu keinem neuen Krieg. Vielmehr betätigte sich Odin zu Ragnarök als Nekromant, indem er sich mit dem Kopf des weisen Riesen beriet.
Der Asen-Vanen-Krieg wird dahingehend gedeutet, dass er geschichtliche Vorgänge aus ältester Zeit beschreibe und die folgenden Kämpfe und das Ineinanderaufgehen der Völker nach Friedensschluss die Herkunft der Germanen erklären würden.

Lit.: Die Edda: Götterdichtung, Spruchweisheit und Heldengesänge der Germanen. Übertr. v. Felix Genzmer; eingel. v. Kurt Schier. Kreuzlingen; München: Hugendubel, 2006.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1