Asa-foetida

Asa-foetida (ferula asa-foetida), Doldengewächs, heimisch in den Trockengebieten des Iran, Afghanistans und in Salzsteppen, dessen Wurzel das Gummiharz „Teufelsdreck“ oder „Stinkasant“ liefert, ein Räuchermittel mit üblem Geruch, das als krampflösendes Mittel, aber auch zum Vertreiben etwaiger nach schwarzmagischen Beschwörungen in der Umgebung verbliebener Dämonen dient.
Die Pflanze bildet zunächst nur eine Rosette großer, gestielter Blätter, entwickelt dann aber im fünften Jahr 1–3 m hohe und 10 cm dicke Stengel mit gefiederten Blättern und doppeldoldigen Blüten.
In neuerer Zeit nimmt man an, dass die im Altertum berühmte Heilpflanze > Silphion, die offenbar psychoaktiv wirkte, Ferula asa-foetida oder auch Ferula moschata gewesen sein könnte, falls die Pflanze überhaupt bis heute überlebt haben sollte (Rätsch 1998, 615). In der modernen deutschen Volksheilkunst wird A.-f. wegen seiner krampfstillenden Wirkung geschätzt, vor allem bei Unterleibsbeschwerden. Ferner wird sie als Gewürz für kräftig-pikante Gerichte verwendet.
A.-f. findet zudem Anwendung bei psychischen Störungen (beruhigend), Magen-, Leber- und Gallenleiden, Blähungen, Darmträgheit oder sexueller Unausgeglichenheit (erhöht die Potenz); ebenso bei der Erzeugung von Parfüms, um diesen einen unverwechselbaren, eigenartigen Geruch zu verleihen. Wegen seiner stimulierenden Wirkung auf das Nerven- und Geschlechtssystem gilt der Teufelsdreck seit dem Altertum als > Aphrodisiakum und wird in der > Liebesmagie eingesetzt. Teufelsdreck ist der Hauptteil von „Dr.-Faust-Räucherungen“. In der > Homöopathie verwendet man die (Tinktur-)Verdünnung D3 bei chronischer Magenschleimhaut-Entzündung und Verdauungsstörungen mit Appetitlosigkeit.

Lit.: Pundt, Johann: Dissertatio inauguralis medica De asa foetida / Quam ... publice defendet Iohannes Pundt. Gottingae: Dieterich, 1778; Polásek, Josef: Über Asa Foetida: Inaugural-Dissertation. Bern: Michel & Büchler, 1897; Naef, Heinz: Inhaltsstoffe von Asa foetida. Zürich: Juris-Verl, 1958; Marzell, Heinrich: Wörterbuch der deutschen Pflanzennamen, Bd. 2. Leipzig: Hirzel, 1972; Drury, Nevill: Lexikon des esoterischen Wissens. München: Droemer Knaur, 1988; Rätsch, Christian: Lexikon der Zauberpflanzen aus ethnologischer Sicht. Graz: ADEVA, 1988; Rätsch, Christian: Enzyklopädie der psychoaktiven Pflanzen. Aarau / CH: AT, 1998; Müller-Ebeling, Claudia u. a.: Hexenmedizin. Aarau / CH: AT, ²1999.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1