Artischocke

Artischocke (Cynara scolymus L.), in Griechenland und Italien verbreitete Wild- und Kulturpflanze, deren Wert für die Gesundheit schon in Theophrasts Geschichte der Pflanzen und von Plinius hervorgehoben wurde (Plinius, XXI, 97). Vor allem der Artischockenboden, von Plinius Askalia genannt, galt und gilt als Delikatesse.
Die am besten als Gemüse zu genießende Pflanze enthält Cynaropikrin, Cynarin, Flavonoide, Gerbstoffe, Kalzium, Phosphor, Vitamin A, B und C sowie Enzyme.
Dem Genuss von A. wurde in der Antike vielfältige Wirkung nachgesagt. So sollte sie nicht nur den Magen stärken, schlechten Mundgeruch vertreiben und Haarausfall bekämpfen, sondern auch männliche Geburten hervorrufen. Heute gilt die A. als hilfreich bei Lebererkrankungen und als Mittel zur Förderung des Galleflusses. Die Blüten der A. können ferner als vegetarisches Lab anstelle des Kälberlabs in der Käseproduktion verwendet werden.

Lit.: Paulys Real-Encyclopädie. Hg. v. G. Wissowa u. a. Stuttgart, 1894ff., Bd. 2 1896; Plinius, C. Secundus: Naturalis historiae libri XXXVII. Hg. v. Lud. Jan und Carol. Mayhoff. Lipsiae, 1892–1898; Rätsch, Christian: Heilkräuter der Antike in Ägypten, Griechenland und Rom. Mythologie und Anwendung einst und heute. München: Diederichs, 1995.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1