Arnuphis

Arnuphis (ca. 174 n. Chr.), ein ägyptischer General, der angeblich über magische Kräfte verfügte. Er lebte am Hof des römischen Kaisers Mark Aurel und soll, so berichtet der Geschichtsschreiber Dio Cassius, auf Mark Aurels Quadenfeldzug (173 n.Chr.) die schon halb verdursteten Truppen gerettet haben, indem er einen heftigen Sturm losbrechen ließ, der den Feind heimsuchte und es den Römern ermöglichte, ihren Durst zu stillen und den Krieg zu gewinnen. Dieser Triumph wurde als „Das Wunder der Donnerlegion“ bekannt.
Nach einer anderen Version hat das Wunder der legendäre römische Legionär und Märtyrer > Donatus von Münstereifel, Schutzpatron gegen Blitz und Donner, bewirkt. Er soll der Legio fulminata (Donnerlegion) angehört haben, die Mark Aurel 174 in den Krieg gegen die Quaden führte. Als die Legion nach langem Marsch zu verdursten drohte, erflehte Donatus vom Himmel deren Errettung durch einen kräftigen Regen. Und als ein schweres Gewitter aufzog, ließ sein Gebet die Blitze nur in das feindliche Heer einschlagen, so dass dieses zum Rückzug gezwungen wurde. Nach seinem Märtyrertod wurden die Gebeine des hl. Donatus in den römischen Katakomben beerdigt. Von dort kamen sie durch den Ordensgeneral der Jesuiten 1652 in das neue Jesuitenkolleg nach Münstereifel. Am Tag der Übertragung der Reliquien in das Eifelstädtchen habe der Heilige gleich noch zwei weitere Wunder bewirkt: Er beendete ein tosendes Gewitter und ließ einen vom Blitz getroffenen Pater wieder genesen.

Lit.: Andachtsbüchlein zur Verehrung des heiligen Märtyrers Donatus, des Patrons gegen Blitz und Ungewitter. Dülmen i. W.: A. Laumann, 1929; Shepard, Leslie (Hg.): Encyclopedia of Occultism & Parapsychology. Detroit, Michigan: Gale Research Company; Book Tower, 21984. 1. Bd.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1