Arnsberg, Richard von

Arnsberg, Richard von. In der Propsteikirche St. Laurentius von Arnsberg (Hochsauerland), Deutschland, wird eine Schwarze Hand aufbewahrt, die Richard von Arnsberg, genannt Richardus Anglicus oder Richard von Wedinghausen, zugeschrieben wird. Cäsarius von Heisterbach berichtet, dass im Arnsberger Kloster ein gewisser Richard, ein Engländer, viele Bücher mit eigener Hand niedergeschrieben hatte und dafür den Lohn im Himmel erwartete. Nach seinem Tod wurde er an einem ehrwürdigen Platz bestattet. Als man das Grab nach 20 Jahren öffnete, fand man seine rechte Hand so unversehrt und frisch, als wäre sie soeben vom lebendigen Körper abgeschnitten worden. Zum Beweis für dieses große Wunder wird die Hand bis heute in der Propsteikirche von Arnsberg aufbewahrt.
Dass es sich bei diesem Richard wirklich um den 1190 in Wedinghausen verstorbenen Prämonstratenser Richard von Arnsberg, ebenfalls Richard Anglicus oder Richard von Wedinghausen genannt (Gedenktag: 30. Dezember), handelt, wird neuerdings bezweifelt.

Lit.: Caesarius, Heisterbacensis: Prologus Cesarij cistercie[n]sis monachi i[n] Heysterbacho in dyalogu[m] miraculorum Incipit feliciter. [C]olligite fragme[n]ta ne p[er]eant. Köln: Zell, 1473; Caesarius: Caesarii Heisterbacensis monachi ordinis Cisterciensis Dialogus miraculorum / textum ad quatuor codicum manuscriptorum editionisque principis fidem accurate recognovit Josephus Strange. Acc. specimina codicum, in tabula lithogr. Coloniae [u. a.]: J. M. Heberle, 1851; Michael Gosmann: Richard von Arnsberg († um 1190) und die „Schwarze Hand“, in: Stadt Arnsberg (Hg.): Arnsbergs Alte Schriften. Handschriften und Drucke aus sieben Jahrhunderten. Arnsberg 1988, S. 53–62; Caesarius, Heisterbacensis: Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach: aus der einzigen Londoner Handschrift / hrsg. von Karl Drescher. Unveränd. Neuaufl. Hildesheim: Weidmann, 2002.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1