Armaiti

Armaiti („heilige Demut“), eine Erd- und Muttergöttin, die im alten Iran schon vor den Zeiten Zoroasters verehrt wurde. Sie gilt als Tochter und/oder Gattin des > Ahura Mazda, mit dem sie Mutter des zweigeschlechtlichen Urmenschen > Gaya-maretan und somit Urahnin der Menschheit ist.
Nach einem iranischen Mythos war A. die Mutter des Urwesens > Gayomart. Als dieser starb, fiel sein Same auf die Erde und befruchtete diese. Sein Körper zerfiel in sieben Metalle, von denen A. das Gold nahm und daraus eine Pflanze entstehen ließ, die zum ersten Menschenpaar auswuchs.
Seit den religiösen Reformen Zoroasters wird A. zu den sieben > Amesha Spentas gezählt. Als Tochter des Schöpfers ist sie die Personifikation von Hingabe und Demut und steht für Gehorsam. Als Erdgöttin ist sie die Göttin der Fruchtbarkeit und der Toten, die in der Erde bestattet werden. Ihr sind der fünfte Tag eines jeden Monats und der zwölfte Monat geweiht. Ihr ständiger Gegenspieler ist der Erzdämon der Unzufriedenheit, > Nanghaithya.

Lit.: Kanga, Sorabji Naoroji: A New Interpretation of the Spenta-Mainyu of the Gathas, Ahura Mazda’s Own Holy Spirit, the Progenitor of Fravashis in the Avesta, and of the Christos or the Christ-concept and of Logos in Christianity. Bombay: The Gatha Society, 1933; Wesendonk, O. G. von: Das Weltbild der Iranier. Nendeln: Kraus Reprint, 1973.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1