Arkas

Arkas (griech.), griechischer Heros der nach ihm benannten Arkader, die vorher Pelasgier hießen. Seine Herkunft wird verschieden erklärt. Er soll Sohn des Zeus und der Nymphe Kallisto, der Tochter des in einen Wolf verwandelten Lykaon (Ovid, Metamorphosen 2. 401ff.) bzw. des Zeus und der Themisto, des Apollo oder des Orchomenos sein. Seine Mutter Kallisto war von > Artemis in eine Bärin verwandelt worden und A. wurde von Zeus der Maia, nach anderen seinem Großvater Lykaon übergeben, der ihn tötete und sein Fleisch dem Zeus vorsetzte. Dieser erkannte den Frevel, setzte das Haus des Lykaon in Brand und verwandelte ihn in einen Wolf. Den A. erweckte er wieder zum Leben und übergab ihn einem Hirten, bei dem er zum begeisterten Jäger wurde. Auf der Jagd im Lykaiongebirge stieß er auf eine Bärin, ohne in ihr seine Mutter zu erkennen. Er verfolgte die Bärin bis in das Heiligtum des Zeus Lykaios, dessen Betreten den Tod bedeutete. Zeus tötete sie jedoch nicht, sondern setzte sie als Sternbilder (Großer Bär und Bärenhüter) an den Himmel.
Nach einer anderen Version soll A. als Nachfolger des Niktymos, seines Onkels mütterlicherseits, König gewesen sein, der die Pelasgier den Getreidebau und das Weben lehrte, weshalb Pelasgia schließlich nach ihm Arkadien genannt wurde. Dort soll er die Stadt Trapezos gegründet haben.
Seine Gattin war die Nymphe > Erato, die am Orakel des Pan weissagte und mit der er drei Kinder hatte, Azan, Aphidas und Elatus, unter denen er sein Reich später aufteilte. Außerdem werden ihm noch zwei Kinder mit der Hamadryade Chrysopeleia zugeschrieben.

Lit.: Pausanias, Periegeta: Delphoi: Bücher VIII–X: Arkadien, Boiotien, Phokis. Düsseldorf: Artemis & Winkler, 2001; Brandt, Reinhard: Arkadien in Kunst, Philosophie und Dichtung. Freiburg i. Br. [u. a.]: Rombach, 32006.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1