Ariel

Ariel (hebr.), „Löwe Gottes“, „Opferherd“ u. Ä.; die Etymologie ist unsicher. Die Bezeichnung findet sich 16-mal im Alten Testament und einmal auf der Mescha-Stele mit den verschiedensten Bedeutungen wie Jerusalem (Jes 29, 1–7), Opferherd (Ez 43, 15–7), Personenname (2 Sam 23, 20; Esra 8, 16). In der jüdischen > Kabbala ist A. einer der 72 Engel (Genien). Er wird angerufen, um Offenbarungen zu erhalten und Gott für das zu danken, was er den Menschen schickt. In der > Gnosis wird A. zum Engel der Winde und in den Fabeln des Mittelalters zum Geist der Luft und Schutzengel der Unschuld. Als dieser menschenfreundliche Luftgeist findet er auch Aufnahme in die Literatur, z. B. in den Sturm von W. Shakespeare und in Goethes Faust. Als Engelsname taucht A. weiters auf Amuletten und in Beschwörungen auf. Und so fand er schließlich auch Eingang in den Volksglauben.

Lit.: Michl, J.: Engel V (Katalog der Engelnamen). In: Das Reallexikon für Antike und Christentum. Stuttgart: Hiersemann, 1962, S. 200 – 239; Dictionary of Deities and Demons in the Bible (DDD) / Karel van der Toorn; Becking, Bob; Horst, Pieter W. van der (Hg.). Second extensively revised edition. Leiden: Brill, 1999; Krauss, Heinrich: Kleines Lexikon der Engel: von Ariel bis Zebaoth. Orig.-Ausg. München: Beck, 2001.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1