Aricina

Aricina, ein Beiname der Göttin > Diana, unter dem sie in Aricina, einem Ort in der Nähe Roms, an der Via Appia, verehrt wurde. Den Tempel soll Hippolytus errichtet haben, der dort an der Kultstätte der Diana vom Heiler und Arzt > Asklepios wieder zum Leben erweckt wurde. Der Tempel befand sich in einem Hain und an einem See, dem „Dianaspiegel“. Sein Priester war jeweils ein entlaufener Sklave, der seinen Vorgänger im Zweikampf getötet hatte. Er versah sein Amt so lange, bis ihn ein Nachfolger überwand. Um den Zweikampf zu provozieren, musste der Aspirant vorerst einen Ast von einem Baum im Hain abbrechen. Gelang ihm dies, war er des Kampfes würdig. Wegen dieser ständigen Prüfung trug der jeweilige Priester den Ehrentitel „Waldkönig“.

Lit.: Hederich, Benjamin: Gründliches mythologisches Lexikon. Reprograph. Nachdr. d. Ausg. Leipzig, Gleditsch, 1770. Darmstadt: Wiss. Buchges., 1996.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1