Aretalogie

Aretalogie (griech. arete, Verdienst), Liste der wunderbaren Taten, welche die besonderen Kräfte und Leistungen der einzelnen Götter erbrachten. Die Liste musste so vollständig wie möglich sein, denn die Auslassung eines Attributs, auf das der Gott vielleicht besonders stolz war, konnte schlimme Folgen haben. Diese Listen wurden von Aretalogen im Tempel vorgelesen. Die in den Listen genannten Wundertaten sind aus paranormologischer Sicht nicht allein phantastische poetische Erfindungen, sondern bilden auch den Versuch, Paranormales in das Weltbild zu integrieren, dem die Existenz von Gottheiten bedeutsam war.

Lit.: Weinreich, Otto: Fabel, Aretalogie, Novelle: Beiträge zu Phädrus, Petron, Martial u. Apuleius. Heidelberg: Carl Winter, 1931; Luck, Georg: Magie und andere Geheimlehren in der Antike: mit 112 neu übersetzten und einzeln kommentierten Quellentexten. Stuttgart: Kröner, 1990.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1