Arche Noach

Arche Noach (lat. arca, Kasten; hebr. teba), kastenartiges Gebilde mit dem Noach, seine Familie und die Tiere aus der Flut gerettet wurden (Gen 6–9). Der Auftrag zum Bau der Arche kam für Noach von Gott:
„Mach dir eine Arche aus Zypressenholz! Statte sie mit Kammern aus, und dichte sie innen und außen mit Pech ab! So sollst du die Arche bauen: Dreihundert Ellen lang, fünfzig Ellen breit und dreißig Ellen hoch soll sie sein. Mach der Arche ein Dach, und hebe es genau um eine Elle nach oben an! Den Eingang der Arche bring an der Seite an! Richte ein unteres, ein zweites und ein drittes Stockwerk ein!“ (Gen 6, 14–16)
Setzt man die Elle mit nur 44,5 Zentimeter an (einige sprechen von 56 oder 61 cm), dann wäre die Arche 133,5 Meter lang, 22,3 Meter breit und 13,4 Meter hoch gewesen. Dieses Verhältnis von Länge zu Breite (6 zu 1) wird im Schiffsbau heute noch verwendet. Damit hatte die Arche einen Bruttoraumgehalt von fast 40.000 Kubikmeter.
Noach war der Sohn von Lamech (Gen 5, 28) und der 10. Patriarch. Er starb im Alter von 950 Jahren. Mit Noach endete die Ära der ersten Patriarchen, deren Lebensdauer, mit Ausnahme von > Henoch, weit über 700 Jahre lag.
Nach der Bibel soll die Arche, als die Sintflut vorüber war, auf dem Großen > Ararat bzw. in seiner Umgebung gelandet sein: „Am siebzehnten Tag des siebten Monats setzte die Arche im Gebirge Ararat auf“ (Gen 8, 4). Von der Sintflut berichtet übrigens nicht nur die Bibel, auch armenische Legenden sprechen von einer Sintflut, ja selbst das babylonische > Gilgamesch-Epos enthält ähnliche Schilderungen. Die A. N. wird auch im Koran zweimal erwähnt (Sure 11 und 36).
Die Suche nach den Überresten der Arche hat viele Forscher bis auf den Ararat geführt. Sie stießen tatsächlich auf Holzstücke einer Baumart, die in den Ebenen Mesopotamiens vorkommt, woher auch Noach stammen soll. Sie sollen vor über 4000 Jahren bearbeitet worden sein. Genauere Untersuchungen stehen noch aus.
Im Neuen Testament kommt Jesus bei seinen Aussagen zur Endzeit auf die A. N. zu sprechen:
„Wie die Menschen in den Tagen vor der Flut aßen und tranken und heirateten, bis zu dem Tag, an dem Noach in die Arche ging, und nichts ahnten, bis die Flut hereinbrach und alle wegraffte, so wird es auch bei der Ankunft des Menschensohnes sein.“ (Mt 24, 38–39)
Paranormologisch gesehen, haben wir es in diesen Berichten nicht nur mit Beschreibungen außergewöhnlicher Ereignisse zu tun, sondern vor allem auch mit Weissagungen und Gestaltungen des Lebens, die über die menschliche Gestaltungskraft hinausgehen.

Lit.: Hohl, Hanna: Die Darstellung der Sintflut und die Gestaltung des Elementaren. Bamberg: Rodenbusch, 1967; Jacob, Benno: The First Book of the Torah, Genesis / trans. with a commentary by B. Jacob. Reprint [der Ausg.] Berlin 1934. New York: KTAV Publ. House, 1974; Langenhorst, Georg: Einblick ins Logbuch der Arche! Noach in der Literatur unserer Zeit. In: Erbe und Auftrag, Jg. 70, 1994, S. 341–364.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1