Archaische Religiosität

Archaische Religiosität, Bezeichnung der Religiosität von Stämmen und Völkern, die dem Ursprung und Anfang (griech. arché) der religiösen Betätigung näher stehen als die Religiosität der neuzeitlichen Gesellschaft. A. R. wird oft synonym mit primitiver, primaler, elementarer Religiosität, Naturreligiosität und Stammesreligiosität etc. verwendet. Diese Begriffe enthalten jedoch meist eine Wertung in einer ethnozentrisch gedachten Rangordnung.
Die a. R. spiegelt das Bewusstsein des archaischen Menschen wider und ist gekennzeichnet durch Magie, den Glauben, auf die Geister- und Götterwelt durch bestimmte Riten und Mittel einwirken zu können. Sie ist schriftlos, besitzt keinen Stifter und keine feste Lehre. Ihre Weltsicht ist geprägt durch zyklische Naturabläufe. Hinter der Naturerfahrung wird die Wirkmacht einer außerordentlichen Kraft vermutet.

Lit.: Eliade, Mircea: Geschichte der religiösen Ideen: Quellentexte. Übers. u. hg. von Günter Lanczkowski. Freiburg i. Br. u. a.: Herder, 1981; Lexikon der Sekten, Sondergruppen und Weltanschauungen: Fakten, Hintergründe, Klärungen / Hans Gasper; Müller, Joachim; Valentin, Friederike [Hg.]. Freiburg: Herder, 1990.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1