Arabi, Ibn al

Arabi, Ibn al (*28.7.1165 Murcia, Spanien, †16.11.1240 Damaskus, Syrien), gefeierter islamischer Mystiker. Er studierte in Sevilla, wo er sich mit Rechtslehre und Sufi-Dichtung befasste, machte dann um 1201 Reisen in den Osten und ließ sich schließlich in Damaskus nieder. A. verfasste über 200 arabische Schriften. Sein Hauptwerk Mekkanische Offenbarungen enthält eine Darstellung seiner pantheistischen Weltanschauung. Alle Dinge sind in ihrer Wesenheit eine Manifestation der göttlichen Substanz und alle Religionen sind gleichwertig. Im Denken und Vorwissen Gottes sind alle Geschöpfe schon vorhanden, bevor sie überhaupt existieren. Aufgrund dieser Einheit gibt es keine Vereinigung mit Gott (> Unio mystica), da der Mystiker schon Gott ist. Er muss dies nur erkennen. Viele Zeitgenossen verurteilten ihn als Ketzer.

Lit.: Miguel Asín Palacios: El mistico marciano Abnearabi: monografias y documentos. Madrid, 1928; The Encyclopaedia of Islam. Leiden: Brill, 1999.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1