Apuleius, Lucius

Apuleius, Lucius (um 125 – ca. 180), römischer Rechtsanwalt, Schriftsteller und Philosoph aus Madaura in Numidien (Ostalgerien), war Platoniker und Sophist. Nach seiner Verwaltungsaufgabe in Rom setzte er sich in Nordafrika zur Ruhe. Seine Werke: der satirische Roman Metamorphosen oder Der goldene Esel in 11 Büchern (das Märchen Amor und Psyche enthaltend), Apologia de magia; Florida; De deo Socratis; De Platone et eius dogmate sind eine wahre Fundgrube der antiken Magie, Zauberei, Dämonologie, Astrologie usw. Besonders seine Apologia (Verteidigungsrede) ist eine wichtige Quelle für den Aberglauben, die magischen Praktiken und das Treiben der Zauberer in der Antike. In seinen Metamorphosen schildert er, wie ein junger Mann von einer berühmten Zauberin in einen Esel verwandelt wird und so die ganze Welt durchwandert. Die dabei gemachten Erlebnisse sind ein Sittengemälde seiner Zeit. Schließlich trifft er auf einen Oberpriester der > Isis, der Allmutter der Natur, der ihm einen Kranz von Rosenblättern aufsetzt. Durch ihn erlangt er die menschliche Gestalt wieder und lässt sich dafür in die Isis-Mysterien einweihen.

W.: Der goldene Esel. Mit Ill. von Max Klinger zu „Amor und Psyche“ und einem Nachw. von Wilhelm Haupt. [Aus dem Lat. von August Rode]. Frankfurt / M.; Leipzig: Insel, 1994; Amor und Psyche: lateinisch-dt. Übers. von Edward Brand und Wilhelm Ehlers, mit einer Einf. von Niklas Holzberg. Düsseldorf; Zürich: Artemis und Winkler, 2002; De magia. Eingel., übers. und mit interpretierenden Essays vers. von Jürgen Hammerstaedt ... Darmstadt: Wiss. Buchges., [Abt. Verl.], 2002.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1