Apsaras

Apsaras (sanskr., „sich im Wasser bewegen“) bezeichnen wunderschöne, sinnliche > Nymphen, die im Himmel > Indras leben und wohl eher kleine Liebesgöttinnen sind. Während sie in den Veden nur spärlich Erwähnung finden, spielen sie in den großen Epen eine Rolle. Ihre Herkunft geht auf das Umrühren des Ozeans zurück. Als die Götter den Berg Mandar in das Milchmeer brachten und denselben darin umdrehten, um den Unsterblichkeitstrank zu bereiten, entstanden diese reizenden Göttermädchen, aus lauter Ätherduft und Wohlgerüchen gebildet. Als sie jedoch aus dem Wasser auftauchten, wollten weder die Götter noch die > Asuras sie trotz ihrer Anmut und jugendlichen Schönheit heiraten, weil sie nicht die gesetzmäßig notwendige Läuterung empfangen hatten. Die A. waren deshalb für alle da und wurden Sumad-Atmajas, Freudentöchter, genannt. Sie sind die Gefährtinnen der > Gandharvas (himmlische oder göttliche Musiker, Naturgeister). Die Aufgabe der Apsaras und Gandharvas ist es, die Götter und Göttinnen zu unterhalten.
Manche Mythen erzählen auch davon, dass Apsaras nach dem Tod besonders verdienstvoller Helden oder Könige zu deren Gefährtinnen wurden.
In Ost- und Südostasien wurden Apsaras im Zuge des Synkretismus auch in die buddhistische Ikonographie aufgenommen, wie Darstellungen in buddhistischen Tempelanlagen zeigen.

Lit.: Borsani, Giuseppina: Contributo allo studio sulla concezione e sullo sviluppo storico dell'apsaras. Milano: Vita e Pensiero, 1938.

 

   © Prof. Dr. Dr. P. Andreas Resch                          
Lexikon der Paranormologie, Bd. 1